Home Umwelt Neues Verfahren: Billiger Alkohol aus Bioabfällen kann sich auf E10-Preis auswirken

Neues Verfahren: Billiger Alkohol aus Bioabfällen kann sich auf E10-Preis auswirken

von admin_kernteam

Autofahrer, die statt Superbenzin E10 tanken – das ist Benzin mit einem zehnprozentigen Anteil an Ethanol, der aus Pflanzen gewonnen wird –, sind geschockt. Der bisher zwei Cent billigere Biosprit kostet jetzt genauso viel wie Superbenzin. Das liegt nicht zuletzt daran, dass der Bedarf an Ethanol, umgangssprachlich Alkohol genannt, aus Klimaschutzgründen gestiegen ist. Das macht ihn teurer.

Mittelfristig könnte sich das ändern. Wenn sich ein Verfahren durchsetzt, das in den USA entwickelt wurde, werden die Produktionskosten sinken. Zudem genügen als Rohstoffe Pflanzenabfälle wie Stroh, Grünschnitt und sogar Holzspäne. Heute wird Ethanol aus Weizen und anderen stärke- und zuckerhaltigen Rohstoffen gewonnen, die auch als Nahrungs- oder Futtermittel geeignet sind. Aus diesem Grund wird das Verfahren hart kritisiert.

Bild: Fueling, faungg, Flickr, CC BY-SA 2.0

Einsparung an teuren Enzymen

Bisher ist es sehr teuer, Zucker aus pflanzlichen Abfällen zu gewinnen, vor allem, weil große Mengen an teuren Enzymen nötig sind. Forscher an der Rutgers University in New-Brunswick im US-Bundesstaat New Jersey trennen Zucker und die übrigen pflanzlochen Bestandteile mit in Wasser gelöstem Ammoniumsalz. „Unsere Vorbehandlung reduziert den Bedarf an Enzymen zur Abtrennung des Zuckers um 50 Prozent“, so Shishir P. S. Chundawat, Assistenzprofessor für Chemie- und Biochemie-Engineering an der Ingenieursschule der Universität. Die Enzymkosten machen 15 bis 20 Prozent der Herstellungskosten von Ethanol aus. Außerdem läuft der Prozess bei Raumtemperatur ab. Das spart doppelt Kosten.

Der so gewonnene Zucker wird in den gleichen Fermentern, die heute zur Alkoholproduktion genutzt werden, mit Hefe umgesetzt, ein jahrtausendealtes Verfahren, das auch Brenner, Brauer und Winzer nutzen.

Zweites Standbein für Ethanolproduzenten

Die Ammoniumsalze sorgen zudem für ein zweites Standbein der Produzenten. Sie lösen Lignin aus der Pflanzenstruktur heraus, eine Art Leim, der die Fasern zusammenhält. Die chemische Industrie kann Lignin als Rohstoff nutzen.

Um zu verstehen, was beim Aufschluss der Pflanzen durch Ammoniumsalze in deren innerer Mikrostruktur geschieht, nutzte Chundawat ein Analysegerät des Oak Ridge National Laboratory im US-Bundesstaat Tennessee. Bio-SANS, so der Name der Anlage, nutzt eine Neutronenquelle. Die Kernbauteilchen werden auf die pflanzliche Probe geschossen und von deren Molekülen abgelenkt, gestreut. Aus dem dabei entstehenden Muster lässt sich mit Computerhilfe ein Bild der inneren Struktur errechnen.

via Rutgers University

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